Wildrosenblüten

Die Rose ist eine der ältesten Heil- und Kosmetikpflanzen. Mittlerweile finden wir die "Königin der Blumen" auch häufig zum raffinierten Verfeinern von Salaten, herzhaften und süßen Speisen und Getränken. Dafür werden die getrockneten oder frischen Blüten, das daraus gewonnene Rosenwasser oder Sirup verwendet. In Indien wird traditionell Gulkand hergestellt, ein rohes Mus aus Rosenblüten und Zucker. Im Orient sind Rosen ein beliebtes Gewürz für Reisgerichte und Konfekt. Wild wachsende, ungespritzte Rosen sind nicht nur schmackhaft, sondern enthalten Vitamin C, Gerbstoffe (zusammenziehend, entzündungshemmend und blutstillend) und Flavonoide (antioxidativ, zellschützend). Besonders die wilden Sorten Apfelrose, Hundsrose, Kartoffelrose oder Essigrose eignen sich für hocharomatische Kompositionen in der Küche.

Rezepte mit Wildrosenblüten von Julia Geisler

Wenn wir Rosenblätter sammeln, pflücken wir nur die Rosenblütenblätter vorsichtig ab, damit aus dem Fruchtstand noch eine Hagebutte werden kann. Wer im eigenen Garten den Rosenstrauch zu vermehrter Blüte anregen möchte, knipst dagegen die gesamte Blüte mit zwei Blättern ab. Wildrosen strotzen vor Lebenskraft und Fülle. Sie sind äußerst widerstandsfähig, anspruchslos und wuchsfreudig.

Ihre Heilwirkung ist sanft, so wie ihre samtigen, zarten Blütenblätter. Sie hilft als Teeaufguss bei Ängstlichkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. So kann sie auch bei prämenstruellen Beschwerden und in den Wechseljahren helfen. Außerdem hat die Rose entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften. Bei leichten Entzündungen im Mund- und Rachenraum tut es gut, mit einem Rosentee zu gurgeln. Bei geröteten, müden Augen können frische, etwas zerdrückte Rosenblätter aufgelegt werden, oder Augenkompressen mit in frischem Rosenwasser getränkten Wattepads gemacht werden. Das Rosenwasser kann auch für Gesichtswaschungen am Morgen oder Abend verwendet werden. Haut und Seele danken es uns.

Die Rose ist die Blüte für das Herzchakra. Die Farben rosa/pink und grün harmonisieren das Herz, der liebliche Duft öffnet für die Liebe.

Rosen unterstützen Frauen darin, ihre Weiblichkeit auf jeder Ebene bewusst wahrzunehmen und zu leben. Sie geben das Vertrauen in die eigene Sexualität und Sinnlichkeit. Die Rose in ihrer Schönheit und Fülle lädt ein zu bedingungsloser Hingabe an das Leben, an die Lebenslust und Freude. Sie entspannt, stärkt die Nerven und hellt die Stimmung auf.

Männer unterstützt die Rose dabei, ihre Gefühle wahrzunehmen, stärkt ihre weibliche Seite und lädt ein, das Leben zu genießen.

Rosen-Rezepte

Für alle Rezepte werden natürlich ungespritzte Rosen verwendet. Am besten eignen sich Wildrosen. In meinem Garten habe ich unter anderem die Sorte Roseraie de l'Hay , eine stark duftende und gefüllte Wildrosensorte, die sich ideal für alle genannten Rezepte eignet.

Rosensirup

2 Handvoll Rosenblütenblätter
500ml Wasser
1 Bio-Zitrone oder Limette
300g Sharkara oder Rohrohrzucker
Möglichst stark duftende Rosenblütenblätter nehmen. Die Blätter vorher nur von Ungeziefer befreien, nicht waschen. Die Blätter mit Zitrone oder Limette beträufeln. Ein paar Streifen von der Schale abschälen. Alles in einen Topf geben und mit Wasser erhitzen. Kurz aufkochen lassen, bis sich der Zucker gelöst hat, dann abkühlen lassen. Die Mischung in ein Glas geben und für 4-5 Tage in dem Kühlschrank stellen (oder in den kühlen Keller). Das Rosenwasser abseihen und auffangen. Das geht mit einem feinen Sieb oder auch mit einem Küchentuch. Das Rosenwasser erhitzen, ggf. mit weiterem Limetten-/Zitronensaft und Zucker abschmecken und dann heiß in die sterilisierten Flaschen füllen. Rosensirup kann man vielseitig verwenden, z.B. als Sommergetränk mit Wasser oder als Schuss in den Sekt. Süßspeisen schmecken sehr lecker damit, zum Beispiel Pudding. Auch ein Obstsalat schmeckt damit ganz besonders.

Rosengelee

4 Handvoll Rosenblütenblätter
1 L Wasser oder Traubensaft oder Apfelsaft
< 2 Bio-Zitronen oder Limetten
500g Sharkara oder Rohrohrzucker
2 TL gemahlener Kardamom
30g Apfelpektin
Die Rosenblütenblätter mit dem Wasser oder Saft im Hochleistungsmixer pürieren. Zitronensaft, Pektin, Kardamom und Zucker hinzugeben, unter ständigem Rühren aufkochen und 3-5 Minuten köcheln. In sterilisierte Gläser füllen.

Rosentee

1 TL getrocknete Blüten oder 1 frische Blüte in einen großen Becher 80° warmes Wasser geben, 15 Minuten ziehen lassen, dann genießen.

Rosengelee mit Holunder

Siehe Rezept Rosengelee. Statt des Wassers wird Holunderwasser verwendet.
Holunderwasser
15 Dolden Holunderblüten
1 L Wasser
1 Bio-Zitrone
Die Stiele von den Dolden abschneiden. Die Holunderblüten mit 1 L Wasser in einer Schüssel auffüllen und mit dünnen Zitronenscheiben bedecken. 24 Stunden zugedeckt stehen lassen.

Rosenwasser zum Aufbewahren

125 g Rosenblüten
Mit 1 Liter köchelndem, destilliertem Wasser übergießen
Mit einem Tuch abdecken
24 Stunden ziehen lassen
In sterilisierte Flasche einfüllen
Kann als Gesichtswasser oder zum Verfeinern von Gerichten und Nachspeisen verwendet werden.

Frisches Rosenwasser

1 Liter gefiltertes Wasser
2 Wildrosenblüten
1 Stunde in einer Glaskaraffe in die Sonne stellen.
Kann bei Hitze zimmerwarm getrunken werden. Wirkt kühlend und beruhigend für Pitta-Zustände. Ansonsten kann das Wasser zum Trinken auf 40-50° erwärmt werden.

Rosenkekse

200g Dinkelmehl
50g Sharkara/Rohrohrzucker
125g Butter
30g gemahlene Mandeln
1 Prise Salz
3 EL Rosensirup (siehe oben)
3 EL getrocknete Rosenblätter, fein zerrieben
Mehl, Zucker, Butter, Mandeln, 2 EL Rosensirup, Prise Salz und die Hälfte der Rosenblätter zu einem Teig kneten. Den Teig zu einer Rolle formen, in Frischhaltefolie wickeln und mindestens 1 Stunde kühl stellen.
Den Backofen auf 180° C vorheizen.
Die restlichen Rosenblätter mit 1/2 EL Zucker fein mahlen und die Teigrolle darin wälzen. Dünne Scheiben abschneiden und auf ein Backblech legen. Im vorgeheizten Backofen in 20-25 Minuten goldgelb backen.
Die Kekse sofort dünn mit Rosensirup bestreichen. Alternativ können die Kekse vor dem Servieren mit einem Kleks Rosengelee versehen werden.

Gulkand

Diese Rosenblütenmarmelade braucht ca. 4 Wochen Reifezeit, davon täglich 2-3 Stunden in der Sonne.
Es wird je eine Schicht zerkleinerte Rosenblütenblätter (nur solche, die voll im Saft stehen, keine welken oder braunen Blätter) in ein durchsichtiges Glas gegeben, darüber 1 EL Sharkara/Rohrohrzucker. So wird das Glas schichtweise gefüllt. Alle 2 Tage umrühren. Da sich das Volumen sehr reduziert, können mehrere Gläser gleichzeitig angesetzt werden, die hinterher zusammengefügt werden.
Gulkand ist ein klassisches ayurvedisches Rezept, das gegen Pitta-Beschwerden wie Hitze, Kopfschmerzen, Übersäuerung, Hautprobleme helfen kann und lecker schmeckt. Es kann täglich 1 TL während des Sommers gegessen werden.

Rosendessert

1 Handvoll Rosenblätter
1/2 Liter roter Traubensaft
1 TL Apfelpektin
je 1 Prise Bourbon-Vanille und Kardamom
1-2 TL Sharkara / Rohrohrzucker
1/2 Becher Sahne
Die Rosen in dem Traubensaft aufkochen und 1 Stunde ziehen lassen. Die Blütenblätter herausnehmen. Den abgekühlten Saft mit dem Pektin und Zucker nochmals aufkochen.
Das abgekühlte Gelee mit geschlagener Sahne servieren.
Noch schneller geht es, wenn statt der frischen Rosenblätter der Rosensirup verwendet wird.

Viel Freude beim Zubereiten und Genießen!

JULIA GEISLER

Julia Geisler - Portrait

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Heil­praktike­rin mit dem Schwer­punkt Ayur­veda-Medizin und Se­mi­nar­leiterin. 2001 Grün­dung des Ayur­veda-Be­reichs im Bio­hotel Guts­haus Stells­hagen. Seit­dem leitet sie Ayurve­dische Kuren, Se­mi­nare für Frauen und Paare, und gibt Kon­sul­tati­on­en zu Er­näh­rung und Kräu­ter­heil­kunde.

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